An die nun folgenden Zwischenetappen kann ich nicht mehr wirklich erinnern. Vermutlich wurde sämtliches Blut inkl. Sauerstoff zum Erhalt der Körperfunktionen benötigt 😉.


Beginn Vorletzte Etappe – Startzeit unbekannt. Bevor wir loslegten, gab es nahezu hitzige Diskussionen im Feld, ob eine Regenjacke aufgrund des herannahenden Gewitters notwendig sei. Positiver Nebeneffekt des Tiefdruckgebietes – die Temperaturen sanken auf angenehme Werte. Ich entschied mich, meine Regenjacke anzuziehen, was sich als goldrichtig herausstellte. Ungefähr nach 20min auf der Straße begann ein Wolkenbruch, der seines Gleichen sucht. Hier machte sich der Materialvorteil 'Scheibenbremse' bemerkbar. Felgenbremsen-basierte Rennräder hatten ganz gut zu tun, um ihre Räder bei Kurven oder Hindernissen abzubremsen. Ich versuchte durch das Hochziehen der Nase die Sonnenbrille an die Unterkante meines Helmes zu drücken. Das wehrte den Regen besser ab, sah sicher lustig aus. Es erwies sich aber als äußerst effektiv. Kurz vor Stralsund angekommen, freute ich mich schon auf die versprochene Pause und richtete mich mental darauf ein. Tja, Pech gehabt - leider hatten hatten wir uns in Stralsund verfahren. Vor dem letzten Zwischenstop entschied man sich noch für die „kleine“ Rügen Brücke inklusive einiger Rügen-Kilometer.

Die letzte Etappe – 55 km bis zum Ziel. Die Pause nutzte ich, um sämtliche Energie-Booster und Riegel, die mir verblieben waren, entweder aufzuessen oder mein Trikot damit zu bestücken. Die Wasserflaschen ein letztes Mal gefüllt, und es ging los. Die letzten 55 km auf der Insel Rügen. Auch hier kann ich mich an den genauen Ablauf nicht mehr groß erinnern. Wir haben einige Anstiege und nicht weniger schwierige schnelle Abfahrten bewältigt. Alle Teilnehmer wurden inklusive des Materials im letzten Drittel der Etappe von einer ca. 1,5 km langen Kopfsteinpflaster Straße noch mal auf das äußerste geprüft. Dann endlich nahte unser aller Ziel. Juliusruh, noch 9 km entfernt. Ja, ich wurde leicht emotional, da ich mir nun absolut sicher war, dass ich das Ziel erreichen werde. Ungefähr 18min später verlangsamte sich das Feld. Wir passierten den Ortseingang von Juliusruh. Ein toller Moment. Doch an dieser Stelle dachte ich nur: „Wo ist jetzt dieser verdammte Strand? - Ich will an den Strand!“

   

5 min später war es dann soweit. 22:30 Uhr Ortszeit rollten wir auf den Strand zu. …Ein unbeschreiblicher Moment. Nach 20 h und 20 min waren wir endlich da. Ich konnte es zu dem Zeitpunkt gar nicht wirklich realisieren, was wir da geleistet haben. Ich war einfach überglücklich durchgehalten und nicht aufgegeben zu haben. Der Abend gestaltete sich dann selbstverständlich eher ruhig und es verkrümelte sich jeder ziemlich rasch in seine Gemächer.

  

Der nächste Morgen brach an – herrlicher Sonnenschein und ein wunderschöner Strand begrüßte uns zur „Taufe“. Wir wurden von keinen geringeren als Martin Goetze zum „Giganten der Landstraße“ getauft. Vor lauter Stolz war es schwer, nicht permanent zu grinsen. Anschließend gab es noch ein erfrischendes Bad in der 16°C warmen Ostsee, bevor wir unsere Heimreise per Bus antraten.

 

Zum Schluss noch mal einen herzlichen Dank an alle Helfer, Organisatoren und Unterstützer, insbesondere Frank Maasdorf, für die hervorragend umgesetzte 20. Ostseetour.
Die Plätze für 2020 sind sicherlich wieder schnell vergriffen. Meldet Euch, wenn auch Ihr mal so ein Abenteuer erleben möchtet. Ich bin nun auf jeden Fall infiziert.

Sportliche Grüße,
Florian Bellrich

 

   

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